Volksbank Bonn Rhein-Sieg: Stabiler Gewinn trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Vorstandsvorsitzender Pütz: „Jahresergebnis wie im Vorjahr bei 5 Millionen Euro“

14.02.2017: Bonn/Rhein-Sieg-Kreis. „2016 war im Hinblick auf die Minus-Zinspolitik der EZB für die Banken ein herausforderndes Jahr. Die Auswirkungen haben auch in unserer Bilanz Spuren hinterlassen“, stellt Vorstandsvorsitzender Jürgen Pütz während der Jahrespressekonferenz der Volksbank Bonn Rhein-Sieg im Bonner Volksbank-Haus fest.  

Da die Kreditnachfrage sowohl der privaten wie der gewerblichen Kunden (Buchforderungen) auch in 2016 weiterhin ungebrochen war, lief das Aktivgeschäft der Volksbank überdurchschnittlich gut. Das Kundenkreditvolumen stieg um 8,2 Prozent oder 112 Millionen Euro auf 1,48  Milliarden Euro.

„Da wir enge Geschäftsverbindungen zum regionalen Mittelstand pflegen, wissen wir, dass die wirtschaftliche Lage der meisten Unternehmen nach wie vor gut ist. Viele Firmen haben volle Auftragsbücher und beurteilen ihre Zukunftsaussichten trotz mancher Negativszenarien in Europa und weltweit positiv “, erklärte Jürgen Pütz bei der Präsentation der Jahreszahlen.
Hauptwachstumsträger im Kreditgeschäft war der Wohnungsbausektor. Mit 272 Millionen Euro (Vorjahr: 224 Millionen Euro) Neugeschäft lag der Zuwachs bei 21,4 Prozent (Vorjahr 10,3 Prozent). „Die sehr lebhafte Nachfrage ist Beleg dafür, dass sich die Region Bonn/Rhein-Sieg einer großen Attraktivität erfreut“, sagt Volksbank-Chef Pütz.

Überproportional hohe Zuwächse verzeichnet die größte Genossenschaftsbank der Region trotz des niedrigen Zinsniveaus auf der Einlagenseite, die ebenfalls spürbar um 2,8 Prozent oder 52 Millionen Euro (2015:113 Millionen Euro) auf 1,86 Milliarden Euro angestiegen ist.

Gemessen am Gesamt-Kundenvolumen ist das Kreditinstitut weiter gewachsen. Die Summe aus Einlagen, Ausleihungen, Vermittlungsgeschäft und Wertpapieren stieg um 4,6 Prozent (Vorjahr plus 7 Prozent) oder 217 Millionen Euro auf rund 4,9 Milliarden Euro.

Die Bilanzsumme am Jahresultimo 2016 erhöhte sich um 60 Millionen Euro auf 2,412 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,6 Prozent entspricht. Damit gehört die Volksbank nach wie vor zu den großen, regional agierenden Genossenschaftsbanken in Deutschland.

Trotz des starken Kreditwachstums musste die Bank bei der Zinsspanne (Differenz aus Zinsertrag und Zinsaufwand) einen Rückgang um 1,9 Mio. Euro mit 43,5 Mio. Euro hinnehmen.

Der Provisionsertrag erreichte mit 21,05 Millionen Euro fast wieder das Vorjahresniveau. Er liegt mit 800.000 Euro unter dem Vorjahresergebnis. Damit erzielt die Volksbank in ihrer Vergleichsgruppe mit genossenschaftlichen Kreditinstituten ähnlicher Größe nach wie vor ein gutes Ergebnis.

Nach Dotierung der Vorsorgereserven, dem Bewertungsergebnis und den Steuern verbleibt ein Jahresüberschuss von 4,95 Millionen Euro. Er liegt damit nur um 50.000 Euro unter dem Wert des Jahres 2015. „Das Ergebnis entspricht der im Vorjahr geäußerten Prognose. Wir müssen feststellen, dass in den nächsten Jahren nicht mehr mit steigenden Ergebnissen gerechnet werden kann. Es ist eine  anspruchsvolle Aufgabe im derzeitigen und zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Umfeld, unser Ergebnis stabil zu halten“, dämpft der Volksbank-Chef die Zukunftsaussichten.

Sinkende Erträge, der hohe Kostendruck und die Minus-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zwingen viele genossenschaftliche Kreditinstitute dazu, sich zusammenzuschließen. Auch die Volksbank Bonn Rhein-Sieg hat Fusionspläne. Nach dem Zusammenschluss mit der Spar- und Darlehnskasse Aegidienberg soll noch im Jahr 2017 eine weitere Fusion, diesmal mit der gleich großen Kölner Bank eG, erfolgen.

Dem einstimmigen Beschluss der Aufsichtsräte beider Banken gingen rund dreimonatige Sondierungsgespräche voraus, in denen die Vorstandsmitglieder der Kölner Bank Bruno Hollweger und Klaus Müller sowie Jürgen Pütz, Volker Klein und Stefan Lachnit von der Volksbank mit zeitweiser Beteiligung der Beratungsgesellschaft zeb aus Münster (Zentrum für ertragsorientiertes Bankmanagement) ein Zukunftsbild für die gemeinsame Bank entworfen und die Eckpunkte der Fusion vereinbart haben. Vorausgesetzt die Vertreterversammlungen der Genossenschaftsbanken stimmen der Verschmelzung zu, soll auf Basis der Jahresabschlüsse 2016 rückwirkend auf den 1.1.2017 fusioniert werden.

„Im Vergleich zu anderen Beispielen aus der Vergangenheit haben wir eine sehr günstige Ausgangsposition, weil kein Institut das andere dominiert. Denn beide Partner sind gleich groß, betriebswirtschaftlich gesund und frei von versteckten Belastungen. Wir haben dauerhafte und ausgewogene Lösungen mit tragfähigen Kompromissen für beide Seiten erreicht bis hin zur Besetzung der Vorstands- und Aufsichtsgremien. Damit bringen wir ein Zwei-Gewinner-Modell auf den Weg,“ erklärt Jürgen Pütz.

Den gemeinsamen Markt schätzen die Vorstände in Köln und Bonn als attraktiv und mit Blick in die Zukunft prosperierend ein. Die Region Köln/Bonn/Rhein-Sieg gehört als einheitlicher Wirtschaftsraum zu den Gewinnern der demografischen Entwicklung und verspricht dauerhaft weiteres Wachstum.

„Unsere faire genossenschaftliche Beratung, die auf die persönlichen Ziele und Wünsche  der Kunden und Mitglieder eingeht, punktet weiterhin auch im Vergleich zu unseren Wettbewerbern“, sagte Jürgen Pütz und verweist damit auf die jüngst von Focus-Money veröffentlichte Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), die auf einer Befragung von Kunden der Sparkassen, der Großbanken und der Volks- und Raiffeisenbanken beruht, aus der die Genossenschaftsbanken als Gesamtsieger hervorgingen. Sie erzielten als einzige Bankengruppe in allen abgefragten Bereichen (Faire Produktleistung, Faire Kundenberatung, Fairer Kundenservice, Faires Preis- Leistungs-Verhältnis, Faire Kundenkommunikation und Fairer Umgang mit Beschwerden) jeweils ein „sehr gut“.


Für das laufende Jahr 2017 zeigt sich die Volksbank Bonn Rhein-Sieg zurückhaltend optimistisch. Es werden die regulatorischen Anforderungen das Ergebnis ebenso belasten wie das weiterhin sehr niedrige Zinsniveau.

Vorstandsvorsitzender Pütz erklärt: "Es ist unser Ziel, das erreichte Niveau zu halten. Wir erwarten nach wie vor keine signifikanten Zinssteigerungen sondern müssen auf Sicht mit den niedrigen Zinsen leben. Wir werden alles daran setzen, wiederum ein gutes Ergebnis auf dem diesjährigen Niveau zu erzielen, um sowohl unseren Mitgliedern eine attraktive Dividende zu zahlen als auch weiterhin Eigenkapital aufzubauen. Unter dem Strich erwarten wir ein stabiles Ergebnis auf Vorjahresniveau. In dem anhaltend schwierigen Umfeld setzen wir weiter auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren traditionellen Zielgruppen - den Mitgliedern und Kunden aus der mittelständischen Wirtschaft sowie den Privatkunden aus der Region Bonn/ Rhein-Sieg."