Überdurchschnittliches Kredit-Wachstum setzt sich fort

Wohnbaukredite sind der Renner | Strukturwandel im Bankensektor auch in der Region spürbar

25.08.2016: Bonn/ Rhein-Sieg-Kreis: „Dank sehr erfreulicher Zuwächse im Kreditgeschäft erwarten wir trotz der für Banken schwierigen Rahmenbedingungen auch für das laufende Jahr ein stabiles Ergebnis“, erklärt  Vorstandsvorsitzender Jürgen Pütz während der Pressekonferenz der Volksbank Bonn Rhein-Sieg im Bonner Volksbank-Haus.

Die niedrigen Zinsen beflügeln weiterhin besonders die Immobilienfinanzierungen. 146,8 Millionen Euro Neugeschäft flossen in diesem Sektor in die Bücher der Volksbank. Hinzukommen weitere 26,2 Millionen Euro aus Prolongationen von fälligen Immobilienfinanzierungen. Die Kreditnachfrage in der Privat-Kundschaft und der regionalen Unternehmen führt insgesamt zu einer Ausweitung des Kreditgeschäfts der Volksbank im ersten Halbjahr 2016 um 4,5 Prozent oder 59 Millionen Euro auf 1,379 Milliarden Euro. Der Durchschnitt der Genossenschaftsbanken aus dem Rheinland und Westfalen mit vergleichbarer Größe erreicht eine Steigerung von 2,3 Prozent.

Zuwächse verzeichnet die Genossenschaftsbank trotz des anhaltend niedrigen Zinsniveaus auch auf der Einlagenseite, die um 2 Prozent oder 36,4 Millionen Euro auf 1,849 Milliarden Euro angestiegen ist. Gemessen am Gesamt-Kundenvolumen (Summe aus Einlagen, Ausleihungen, Vermittlungsgeschäft und Wertpapieren) ist das Kreditinstitut weiter gewachsen. Es stieg um knapp 2 Prozent auf rund 4,786 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Bilanzsumme zum 30.06.2016 beläuft sich auf 2,425 Milliarden Euro gegenüber 2,269 Milliarden Euro am Jahresende 2015.

Trotz des Kreditwachstums lag der wegen der Niedrig-Zinsphase weiterhin stark unter Druck stehende Zinsüberschuss (Differenz aus Zinsertrag und Zinsaufwand) mit 43,9 Millionen Euro um 1,4 Millionen Euro unter dem Vorjahresergebnis (45,3 Millionen Euro). Auch das Provisionsergebnis ist leicht rückläufig. Es beträgt 18,3 Millionen Euro gegenüber 18,7 Millionen Euro am Jahresultimo 2015. Unter dem Strich wird die Volksbank, ausweislich der Ergebnis-Vorschaurechnung zum Jahresende 2016, ein Ergebnis (vor Bewertung) in Höhe von 15,2 Millionen Euro nach 17 Millionen Euro im Vorjahr erwirtschaften.

Nach Dotierung der Reserven und unter Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses sowie des Steueraufwandes wird sich nach der Ergebnis-Vorschaurechnung der Jahresüberschuss voraussichtlich  auf 4,8 Millionen Euro belaufen und damit knapp auf Vorjahresniveau (4,9 Millionen Euro) liegen.

Strukturwandel im Bankenbereich auch in unserer Region spürbar.
Der Strukturwandel in der Bankenlandschaft macht auch vor den Instituten in der Region an Rhein und Sieg nicht halt. „Verändertes Kundenverhalten, die mit hohem Tempo fortschreitende Digitalisierung vieler Lebensbereiche der Menschen sowie die demografische Entwicklung nehmen Einfluss auf die strategische Ausrichtung in der Finanzbranche“, beschreibt Bankvorstand Pütz die Lage. Hinzukommt, dass die lang anhaltende Niedrigzinsphase die Ertragslage der Häuser mehr und mehr belastet. Und nicht zuletzt führt die undifferenzierte Regulierungswut des Gesetzgebers und der Aufsichtsbehörden dazu, dass insbesondere kleinere Banken an die Belastungsgrenze stoßen.

Vor dem Hintergrund dieser Gemengelage haben die Spar-und Darlehnskasse Aegidienberg (SpaDaKa) und die Volksbank erfolgreiche Fusionsgespräche geführt. Am 7.Juni 2016 votierte die Vertreterversammlung der Volksbank Bonn Rhein-Sieg für eine Fusion mit der SpaDaKa. Nachdem die Mitglieder der SpaDaKa Aegidienberg bereits auf der Generalversammlung Ende Mai dem Zusammenschluss ihre Zustimmung gegeben hatten, kann die Fusion nunmehr auf der Basis der Jahresabschlüsse zum 31.12.2016 vollzogen werden. Jürgen Pütz erklärt zur Verschmelzung, die technisch erst am 24.06.2017 umgesetzt wird: „Beide Häuser sind in ihren jeweiligen Geschäftsgebieten tief verwurzelt. Diese regionale Verbundenheit ist unsere gemeinsame Stärke“.

Es sprechen noch weitere Gründe für ein Zusammengehen. Die Geschäftsgebiete der beiden Banken grenzen unmittelbar aneinander und ergänzen sich optimal.  Ein Zusammenschluss ist auch betriebswirtschaftlich sinnvoll, da beide Institute wirtschaftlich gesund und für ihre Ertrags- und Vertriebsstärke bekannt sind. Ferner ist die Fusion die konsequente Fortsetzung einer schon seit Jahren bestehenden Kooperation im Bereich der Innenrevision. Darüber hinaus habe es gemeinsame Aktivitäten im Kreditgeschäft und projektbezogen im IT-Sektor gegeben.

Die Zeit bis zur technischen Fusion nutzen beide Häuser, um die Fusionsvorbereitungen zeitgerecht und mit der gebotenen Gründlichkeit anzugehen. Volksbank-Chef Jürgen Pütz prognostiziert, dass sich der Prozess der Konzentration im Bankenmarkt weiter fortsetzt. Allein in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis werden derzeit neben der Fusion der Volksbank mit der SpaDaKa Aegidienberg weitere drei Fusionen betrieben (VR-Bank Rhein-Sieg, Siegburg, mit Raiffeisenbank Much- Ruppichteroth, die Raiffeisenbanken Rheinbach-Voreifel und Grafschaft-Wachtberg sowie die Volksbanken Wachtberg und Euskirchen). Außerdem hat die Raiffeisenbank Sankt Augustin eine Kooperation mit dem Ziel einer späteren Fusion mit der VR-Bank Rhein-Sieg angekündigt.