Kölner Bank eG und Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG wollen fusionieren

Sondierungsgespräche erfolgreich geführt

Aufsichtsgremien beider Banken für Aufnahme von Fusionsgespräche

08.12.2016: Bonn. Die Aufsichtsräte der beiden Genossenschaftsbanken haben die jeweiligen Vorstände beauftragt, konkrete Fusionsgespräche einzuleiten mit dem Ziel, beide Banken in 2017 miteinander zu verschmelzen. Dem einstimmigen Beschluss gingen rund dreimonatige Sondierungsgespräche voraus, in denen die Vorstandsmitglieder der Kölner Bank Bruno Hollweger und Klaus Müller sowie Jürgen Pütz, Volker Klein und Stefan Lachnit von der Volksbank mit zeitweiser Beteiligung der Beratungsgesellschaft zeb aus Münster (Zentrum für ertragsorientiertes Bankmanagement) ein Zukunftsbild für die gemeinsame Bank entworfen und die Eckpunkte der Fusion vereinbart haben. Vorausgesetzt die Vertreterversammlungen der Genossenschaftsbanken stimmen der Verschmelzung zu, soll schon im kommenden Jahr auf Basis der Jahresabschlüsse 2016 rückwirkend auf den 31.12.2016 fusioniert werden.


Das Kölner Vorstandsmitglied Bruno Hollweger sagt: „ Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Sondierung, viele Themen sind gelöst. Da zeigt sich, dass wir als gleichberechtigte Partner eine Fusion auf Augenhöhe planen. Unsere Institute weisen in vielen Bereichen Parallelen auf. Das hat die Verhandlungen, die in einer sehr partnerschaftlichen Atmosphäre stattgefunden haben, erleichtert. Im Vergleich zu anderen Beispielen aus der Vergangenheit haben wir eine sehr günstige Ausgangsposition, weil kein Institut das andere dominiert. Denn beide sind gleich groß, betriebswirtschaftlich gesund und frei von versteckten Belastungen. Wir haben dauerhafte und ausgewogene Lösungen mit tragfähigen Kompromissen für beide Seiten erreicht bis hin zur Besetzung der Vorstands- und Aufsichtsgremien. Damit bringen wir ein Zwei-Gewinner-Modell auf den Weg.“


Vorstandsvorsitzender Jürgen Pütz aus Bonn unterstreicht, dass durch die Fusion die Regionalität gestärkt werden soll. „Es gibt bisher schon viele gute Dinge, die beide Banken im Hinblick auf die Mitgliederbindung leisten. Das neue größere Haus mit über 200.000 Kunden wird aber noch besser in der Lage sein, in der Fläche Präsenz zu zeigen sowie die erlebbare Nähe zu den Mitgliedern und Kunden zu pflegen. Der Förderung der dann insgesamt 110.000 Mitglieder räumen wir einen hohen Stellenwert ein“, so der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Bonn Rhein-Sieg.


Zu den Ergebnissen im Einzelnen:


•    Das neue Institut soll kurz und prägnant „Volksbank Köln Bonn eG“ heißen. Der Name spiegelt den einheitlichen Lebens-und Wirtschaftsraum der Metropolregion wider, die auch die Gebiete links und rechts des Rheins und der Sieg mit einschließt. Beide Häuser verfügen über traditionsreiche Namen. Die neue Marke bringt den Willen zum Ausdruck, auf der Basis der bisherigen, erfolgreich agierenden Institute, gemeinsam etwas Neues entstehen zu lassen.
•    Übernehmende Bank ist die Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG mit Sitz in Bonn. Hierbei geben steuerliche Aspekte den Ausschlag, denn die Volksbank Bonn Rhein-Sieg verfügt über mehr Immobilieneigentum als die Kölner Bank, weshalb weniger Grunderwerbssteuer zu zahlen sein wird.
•    Das fusionierte Institut hat zwei Hauptsitze; jeweils einen in Bonn und in Köln.
•    Der Sitz des fünfköpfigen Vorstands, der sich aus den bisherigen Vorstandsmitgliedern zusammensetzt, ist Köln. Den Vorstandsvorsitz wird der bisherige Bonner Vorstandschef Jürgen Pütz übernehmen.
•    Ausdruck der regionalen Ausrichtung des neuen Instituts ist, dass alle Vorstandsmitglieder wie bisher in den Teilmärkten in Köln, Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis präsent sein werden.
•    Der Aufsichtsrat wird gebildet aus allen amtierenden Aufsichtsratsmitgliedern beider Häuser. Den Vorsitz im gemeinsamen Aufsichtsrat wird der derzeitige Kölner Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Andreas Madaus übernehmen.
•    Das bisherige bewährte Konzept der breiten regionalen Bindung und des direkten Kontaktes zu den Mitgliedern wird fortgeführt. Dies wird über das bestehende Netz aus Regionalbeiräten in Köln und Bonn/Rhein-Sieg sowie die regionalen Mitgliederversammlungen garantiert; ebenso wird die Institution eines Zentralbeirats, der bisher nur bei der Kölner Bank eG existiert, im neuen gemeinsamen Institut fortgeführt.
•    Die Vertreterversammlungen werden im Wechsel jeweils in Köln und Bonn tagen.
•    Die Mitarbeiter beider Häuser werden noch in 2016 damit beginnen, in gemeinsamen Projekten und Arbeitsgruppen zügig und zielorientiert die technischen und organisatorischen Vorbereitungen für die Umsetzung des Fusionsvorhabens zu erarbeiten.
•    Die Vertreterversammlungen entscheiden in getrennten Sitzungen am 29. Mai 2017 in Köln und einen Tag später in Bonn über das Fusionsvorhaben.
Da die Geschäftsgebiete beider Banken sich nicht überschneiden, wird es fusionsbedingt nicht zu Filialschließungen kommen. Der Zusammenschluss bietet die Möglichkeit, die Ertragsquellen über attraktive Leistungsangebote zu steigern und im Bereich der Kosten Synergien zu heben, die vor dem Hintergrund der Belastungen durch die Niedrigzinsphase benötigt werden. Vorgesehen ist zudem, sich ergebende Personalveränderungen durch die Ausnutzung der normalen Fluktuation und den Übergang von älteren Mitarbeitern in den Ruhestand zur Reduzierung des Personalbestandes zu nutzen. Nach Ansicht der Vorstände werden sich durch diese Veränderungen deutliche Einsparungen ergeben, so dass bisher keine betriebsbedingten Kündigungen geplant sind.


Den gemeinsamen Markt schätzen die Vorstände in Köln und Bonn als attraktiv und mit Blick in die Zukunft prosperierend ein. Die Region Köln/Bonn/Rhein-Sieg gehört als einheitlicher Wirtschaftsraum zu den Gewinnern der demografischen Entwicklung und verspricht dauerhaft weiteres Wachstum.