Rheinisch Westfälisches Wirtschaftsarchiv erstellt Findbuch für Archiv der Volksbank Bonn Rhein-Sieg

Bonn: 19.12.2016. Die Volksbank Bonn Rhein-Sieg unterhält bei der Stiftung Rheinisch Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) einen umfangreichen Archiv-Bestand mit Dokumenten aus der über 140 jährigen Geschichte der Bank und ihrer Vorgänger-Institute.

Drei Historiker/Archivare des RWWA, Dr. Frauke Schlütz, Martin Oelgeklaus und Dr. Christian Hillen, haben jetzt ein „Findbuch“ erstellt, in dem die Archivalien des Kreditinstitutes verzeichnet sind. Ein solches Register erleichtert die Recherche im Archivbestand.

Anhand einer Gliederung können Benutzer des Archivs nach bestimmten Inhalten suchen. Im Fall der Volksbank umfasst allein das Findbuch 758 Seiten mit knapp 300 Gliederungspunkten. Der zeitliche Aufwand für die Verzeichnung der Archivalien und die Findbucherstellung umfasste rund acht Monate.

Der Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln, Dr. Ulrich S. Soénius, präsentierte das Findbuch im Bonner Volksbank-Haus und überreichte das erste Exemplar an den Vorstandsvorsitzenden unsers Hauses, Jürgen Pütz.

Der größte Teil des Archivbestandes wurde dem RWWA im Rahmen eines Depositalvertrages 2008 übergeben. In den Folgejahren erfolgten immer wieder kleinere Nachlieferungen von Archivmaterial, das der Bank zum Teil auch von Kunden übergeben wurde. Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Pütz berichtete, dass der Bank immer wieder alte Dokumente, Fotos oder auch Sparurkunden und Sparbücher überlassen werden, die dann dem Archivbestand zugeführt werden.

Dr. Ulrich S. Soénius ergänzte: „Der Bestand der Volksbank Bonn Rhein-Sieg setzt sich aus Quellen unterschiedlicher Provenienz zusammen, da von einem Großteil der fusionierten Genossenschaften Akten überliefert sind. Der Umfang der Überlieferungen schwankt jedoch stark: Während von der Übernahme der WGZ-Filiale nur eine Akte vorhanden ist oder die Raiffeisenbank Bonn-Rheindorf eine überschaubare Menge bietet, stellt die Volksbank Siebengebirge mit rund 1.100 Faszikeln mehr als ein Drittel des Bestandes.“
Auch die Art und Anzahl der überlieferten Akten unterscheide sich je nach Herkunft stark. Die Protokollbücher des Vorstands und oder Aufsichtsrates seien jedoch in den meisten Fällen überliefert, so der Direktor des RWWA.

Zeitlich liegt der Schwerpunkt des Bestandes zwischen 1945 und 2000. Die Klassifikation des Bestandes orientiert sich an der Chronologie der Fusionen des heutigen Instituts, vorherige Fusionen der Genossenschaften untereinander wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht berücksichtigt. Allerdings ergeben sich aus den Angaben zur Provenienz weitere Informationen zur Herkunft der einzelnen Akte. Da einige Genossenschaften ihre Firmie¬rung bis zu sieben Mal wechselten, sind diese zusammengefasst angegeben, die Akten selbst sowie ein Firmenstammbaum können aber bei der Einordnung des genauen Ursprungs hilfreich sein.