Ab sofort : Defibrillator in Leuscheid

Volksbank stellt ihre SB-Stelle zur Verfügung – Energieversorger RWE übernimmt Kosten

29.09.2016: Leuscheid.
Ein Defibrillator, ist ein Leben rettendes Gerät, mit dem eine effektive Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus bei Herzstillstand möglich ist. Das Besondere ist seine einfache Bedienung.

Auf Initiative von Hauptbrandmeister Frank Paulus, Löschzug Leuscheid der Feuerwehr Windeck, wurde nun ein Defibrillator in Leuscheid installiert. Während der Energieversorger RWE die Kosten für die Anschaffung übernommen hat, stellt die Volksbank kostenlos ihre SB-Stelle an der Saaler Straße in Leuscheid zur Verfügung, so dass der Defibrillator geschützt ist, aber dennoch rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Zur Indienststellung des neuen Gerätes trafen sich vor Ort der Windecker Bürgermeister Hans-Christian Lehmann, Peter Schneider von der Volksbank und RWE-Vertreterin Elisabeth Schlüter. Marcel Wilke von der Herstellerfirma erläuterte die Funktionsweise des Gerätes. Bürgermeister Lehmann sagte: „Im Notfall steht unseren Bürgerinnen und Bürgern in Leuscheid ein Gerät an einem stark frequentierten Ort zur Verfügung, das Menschenleben retten kann.“
 
Mittlerweile befinden sich schon viele Defibrillatoren in Bahnhöfen, Flughäfen und sonstigen öffentlichen Gebäuden, so dass  im näheren Umkreis des Gerätes eine schnelle Hilfe bei plötzlichen Herzstillständen möglich wird.

Zur näheren Erläuterung sind Textpassagen aus Wikipedia zitiert, die Funktionsweise und Sinn von Defibrillatoren im Allgemeinen und von AEDs im Speziellen erklären.

Hintergrundinformationen
Defibrillator (allgemein):
Ein Defibrillator, auch Schockgeber, ist ein medizinisches Gerät zur Defibrillation und Kardioversion. Es kann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammerflattern (Defibrillation) oder ventrikuläre Tachykardien, Vorhofflimmern und Vorhofflattern (Kardioversion) beenden. Defibrillatoren werden auf Intensivstationen, in Operationssälen, in Notfallaufnahmen, sowie in Fahrzeugen des Rettungsdienstes bereitgehalten, seit den 1990er-Jahren zunehmend auch in öffentlich zugänglichen Gebäuden wie Bahnhöfen, Flughäfen und anderen Orten für eine Anwendung durch medizinische Laien.


In 85 Prozent aller plötzlichen Herztode liegt anfangs ein sogenanntes Kammerflimmern vor. Ein Defibrillator kann diese elektrisch kreisende Erregung im Herzen durch gleichzeitige Stimulation von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbrechen. Dabei wird eine große Anzahl von Zellen gleichzeitig depolarisiert, was zur Folge hat, dass diese Zellen eine relativ lange Zeit (etwa 250 ms = Refraktärzeit der Zellen) nicht mehr erregbar sind. Der kreisenden Welle wird quasi der Weg abgeschnitten und das Herz befindet sich wieder in einem Zustand, in dem das natürliche Erregungsleitungssystem die Stimulation des Herzens wieder übernehmen kann. Entscheidend bei der Defibrillation ist der frühestmögliche Einsatz, da die durch das Kammerflimmern hervorgerufene Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff (Gehirnischämie) binnen kurzer Zeit zu massiven neurologischen Defiziten führen kann. Aus diesem Grund werden auch im öffentlichen Raum immer mehr automatisierte externe Defibrillatoren (AED) platziert. Der erfolgreiche Einsatz eines AED steht und fällt mit der richtigen Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Der AED ist nur eine Ergänzung, kein Ersatz. Jedoch ist zu ergänzen, dass bei einem Kammerflimmern pro Minute die Überlebenschance des Patienten um 10% sinkt. Daher muss und sollte der Einsatz eines Laiendefibrillators so früh wie möglich stattfinden.


Automatisierter Externer Defibrillator (AED):
Nach Anlage von Klebeelektroden analysiert eine Software im AED den Herzrhythmus und entscheidet danach, ob ein Kammerflimmern vorliegt und somit eine Defibrillation notwendig ist. Nur bei einem positiven Ergebnis wird die Funktion freigeschaltet und kann durch den Anwender ausgelöst werden. Je nach Funktionsumfang unterstützen AEDs den Laienhelfer durch optische Anweisungen (wie das Aufleuchten von LEDs oder das Darstellen von Handlungsaufforderungen in einem digitalen Display), akustische Anweisungen (klare sprachliche Aufforderungen des Gerätes zu bestimmten Aktionen), Piktogramme (Darstellung der Position der Klebeelektroden) oder auch durch ein eingebautes Metronom. Auch gibt es Varianten für die semiprofessionelle Anwendung mit Darstellung einer EKG-Ableitung oder mit integriertem Pulsoximeter.
Um das therapiefreie Intervall bis zur Versorgung des Herzpatienten durch einen Arzt zu verkürzen und somit eine möglichst frühzeitige Defibrillation zu erreichen, werben seit 2001 alle namhaften Hilfsorganisationen für den Einsatz von AED, auch im öffentlichen Umfeld. So existieren mittlerweile eine Vielzahl heterogener Inselprojekte mit teilweise öffentlich zugänglichen AED. Diese als Public Access Defibrillators (PAD) eingesetzten öffentlichen AED finden sich etwa in Flughäfen, Bahnhöfen, Fußballstadien und anderen öffentlichen Gebäuden.


Meist sind die AED im Eingangsbereich von Gebäuden oder im Sanitätsraum platziert. Ziel ist dabei, dass geschultes Personal den AED im Notfall schnell herbeiholen und einsetzen können soll. Selten kommt es dabei zur gewünschten Situation, dass zufällig gegenwärtige Laien als Notfallzeugen den AED als solchen erkennen und dann erfolgreich einsetzen. Alle deutschen Hilfsorganisationen bilden Ersthelfer in der Anwendung von AED aus und befürworten den Einsatz von AED durch geschulte Laien.
(auszugsweise zitiert aus) Wikipedia  http://de.wikipedia.org/wiki/Defibrillator  und  http://de.wikipedia.org/wiki/Automatisierter_Externer_Defibrillator