Spar- und Darlehnskasse Aegidienberg und Volksbank Bonn Rhein-Sieg wollen fusionieren

Die Aufsichtsräte der beiden Genossenschaftsbanken haben die jeweiligen Vorstände beauftragt, Fusionsgespräche einzuleiten. Die Vorstandsmitglieder Heinz-Peter Witt und Martin Born von der SpaDaKa sowie Jürgen Pütz, Volker Klein und Stefan Lachnit von der Volksbank wollen beide Häuser per 31.12.2016 zusammenführen. Vorausgesetzt die Generalversammlung in Aegidienberg und die Vertreterversammlung der Volksbank stimmen der Verschmelzung zu. Die Versammlungen tagen jeweils unabhängig voneinander turnusmäßig im ersten Halbjahr 2016.

Seit  Ausbruch der Finanzkrise, markiert durch den Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008, hat die Politik auf globaler, europäischer und nationaler  Ebene eine große Zahl von Maßnahmen getroffen, die das Bankenwesen neu regulieren sollen. Die neuen Regelungen werden unterschiedslos auf alle Kreditinstitute angewendet, unabhängig von der Betriebsgröße und dem Geschäftsmodell.

Während die Auflagen des Gesetzgebers bei allen Banken zu enorm steigenden Kosten führen, wirkt  sich die Belastung  insbesondere bei kleinen Banken überproportional aus. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat eine wissenschaftliche Untersuchung in Auftrag gegeben, die dies bestätigt und im Ergebnis feststellt, dass sich bei Banken mit einer Bilanzsumme bis 100 Mio. € der Vorstand ein Drittel seiner Zeit mit regulatorischen Themen befassen muss. Eine durchschnittliche Volksbank muss zusätzlich 60 Personen-Arbeitstage aufwenden, um die neuen Vorgaben von Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden umzusetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass das wirtschaftliche Umfeld schon seit geraumer Zeit durch eine in dieser Form historisch einmalige Niedrigzinsphase geprägt ist, was die Ertragssituation aller Banken in erheblichem Umfang beeinträchtigt.

Der BVR befürwortet den Konzentrationsprozess und empfiehlt seinen Mitgliedsbanken schon seit geraumer Zeit, innerhalb einer Wirtschaftsregion sukzessive Zusammenschlüsse durchzuführen, um eine „Bündelung der Kräfte“  zu erreichen.

Die Geschäftsgebiete der beiden Häuser grenzen unmittelbar aneinander und ergänzen sich optimal.  Ein Zusammenschluss ist auch betriebswirtschaftlich sinnvoll, da beide Banken wirtschaftlich gesund und für ihre Ertrags- und Vertriebsstärke bekannt sind. Ferner ist eine Fusion die konsequente Fortsetzung einer schon seit Jahren bestehenden Kooperation im Bereich der Innenrevision. Darüber hinaus hat es gemeinsame Aktivitäten im Kreditgeschäft und projektbezogen im IT-Sektor gegeben.

Die Vorstände beider Häuser sind sich schon jetzt einig, dass im Falle der Verschmelzung der Standort Aegidienberg durch einen Bestandsschutz von zehn Jahren gesichert wird. Alle Mitarbeiter werden übernommen und die gewohnten Gesichter der Beraterinnen und Berater im Service sowie in der Kredit- und Anlageberatung der SpaDaKa am Aegidiusplatz bleiben erhalten. Die Unterstützung der Aegidienberger Kindergärten, der Schule und der Vereine wird unverändert fortgesetzt. Es ist vorgesehen, dass auch Mitglieder des Aufsichtsrates der SpaDaKa in den Gremien (Aufsichtsrat/Beirat) der neuen Bank vertreten sind.

SpaDaKa-Vorstandssprecher Heinz-Peter Witt sagt: „Wir müssen noch nicht fusionieren, aber wir wollen es. Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt. Es ist besser, jetzt aus freien Stücken zu handeln und für die Mitglieder ein optimales Ergebnis zu erzielen, als zu lange zu warten und dann womöglich Bedingungen akzeptieren zu müssen, die wir alle nicht wollen!“

Jürgen Pütz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank begrüßt den Schulterschluss: „Beide Häuser sind in ihren jeweiligen Geschäftsgebieten tief verwurzelt. Diese regionale Verbundenheit ist unsere gemeinsame Stärke.“

  Spar- und Darlehnskasse Aegidienberg eG

Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG

Kunden 3.800 122.000
Mitglieder 998 60.562
Bilanzsumme 73, 5 Mio. € 2.228 Mio. €
Einlagen 54  Mio.€ 1.620 Mio. €
Kredite 41 Mio. € 1.239 Mio. €
Mitarbeiter 18 522