25.000 Euro für zwei Troisdorfer Unternehmen

Volksbank verleiht Innovationspreis

Bonn/Rhein-Sieg. Die Volksbank Bonn Rhein-Sieg hat am Montag, 31.März, im Forum des Volksbank-Hauses den mit insgesamt 25.000 Euro dotierten Innovationspreis verliehen.

Die Gewinner des Innovationspreises mit den Trophäen  3.vl. Projektleiter Guido Knipp mit seinem Team der W. Müller GmbH  und 2 v. re Uwe Israel mit Stefan Fischer von exomission
Dahinter von links Volksbank-Chef Jürgen Pütz, CDU-Fraktionsvorsitzender im NRW-Landtag Armin Laschet , Juryvorsitzender Klaus Borchard

Die mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft hochkarätig besetzte Jury hatte 30 Einsendungen nach den Kriterien Innovationsgrad, Marktfähigkeit, Umweltverträglichkeit und Arbeitsplatzschaffung bzw. -sicherung zu beurteilen.

Der Preis wird seit 1999 im zweijährigen Rhythmus vergeben. Die Ausschreibung unter der Schirmherrschaft des NRW-Wirtschaftsministers Garrelt Duin war die achte Auflage des Wettbewerbs.

Ausgezeichnet wurden:

W. Müller GmbH, 53842 Troisdorf-Spich, mit 15.000 Euro
Exomission Umwelttechnik GmbH, 53842 Troisdorf, mit 10.000 Euro

 

Armin Laschet, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, dankte der Volksbank im Rahmen der Preisverleihung dafür, dass sie den Innovationspreis bereits zum achten Mal ausgelobt habe. Er forderte die Unternehmer auf, bei ihren Innovationsbemühungen nicht nachzulassen, denn Innovatoren seien nötig, damit der Wirtschaftsstandort NRW gesichert und ausgebaut werde.

Jury-Vorsitzender und früherer Uni-Rektor Professor Klaus Borchard, stellte die Preisträger den 100 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vor. Er betonte, dass die Jury zwei Signale setzen wolle: „Erstens Mut und Engagement solcher Unternehmen zu belohnen, die nicht über ein großes Ressourcenpotential für Forschung und Entwicklung verfügen können und zweitens die Risikobereitschaft junger Firmen an zu erkennen und andere in ähnlicher Lage zu bestärken, damit sie ihre Erfindungen zu marktfähigen und zukunftsträchtigen Produkten weiterentwickeln.“

Jürgen Pütz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bonn Rhein-Sieg,  empfahl den Unternehmern, die Kreativität ihrer Mitarbeiter nicht zu behindern, damit Innovationen, Neuschöpfungen und Veränderungen möglich werden.

Mitglieder der Jury:
Prof. Dr. Klaus Borchard, ehem. Rektor der Universität Bonn, Jury-Vorsitzender
Prof. Dr. Max P. Baur, Direktor des Instituts für Biometrie, Uni Bonn
Gertrud Bilski, Mitglied des Vorstandes der Stiftung caesar
Prof. Dr. Reiner Clement, Vizepräsident der Hochschule Rhein-Sieg
Dipl.-Ing. Karl Hagedorn, Hagedorn GmbH & Co. KG
Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der  IHK Bonn Rhein/Sieg
Stephan Huthmacher, Mitglied des Vorstandes der Comma Soft AG
Rudolf Müller, Ehrenvorsitzender d. Vorstands der Volksbank Bonn Rhein-Sieg
Jürgen Pütz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bonn Rhein-Sieg
Prof. Dr. Ulrich Trottenberg, ehem. Direktor des Instituts f. Algorithmen u. wissensch. Rechnen (SCAI)                       

Statistik der Wettbewerbseinreichungen

Diesmal dominierten die Bewerbungen von Einzelpersonen bzw. Einzelunternehmern den Wettbewerb (68 Prozent).Die anderen Bewerbungen entfielen auf Unternehmen.
 Wissenschaftseinrichtungen der Region waren erstmals nicht unter den Bewerbern.

Technische Anwendungen mit besonderen Auswirkungen auf die Sektoren Umwelt/Energie lagen mit 9 Bewerbungen vorne, gefolgt von 5 Einreichungen  aus dem Bereich IT. Dahinter mit 4 Bewerbungen die Branchen Haushalt/Möbel/Kleidung). Die übrigen Bewerbungen sind den Sektoren Medizin, Architektur, Bildung und Dienstleistung zuzuordnen.                    

W. Müller GmbH

Die Firma W. Müller GmbH hat ein innovatives Verfahren der Blasformtechnik entwickelt, das die bisher übliche kontinuierliche  Extrusion für bestimmte Anwendungen ersetzen kann. Der Troisdorfer Maschinenbau-Betrieb hat dazu einen Extrusions-Schlauchkopf konstruiert, der sequentielles Schäumen von Bauteilen (Schläuchen) für die Automobilindustrie ermöglicht. Die mit der innovativen Apparatur erzeugten Kunststoff-Formteile erhalten durch die Einbettung einer aufgeschäumten Schicht in der Wandung eine wabenähnliche Struktur. Dieser Aufbau birgt viele Vorteile nicht nur für Verpackungshersteller sondern insbesondere im Automotive-Bereich. Neben der Reduzierung des Artikelgewichts, die beim Auto letztendlich zu geringeren Kraftstoffverbrauch führt, können die Strömungsgeräusche bei Luftführungen und die Ansauggeräusche bei Turboladern verringert werden.
Geschäumte Bauteile sind 20 – 55 Prozent leichter als herkömmliche Materialien. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Rohstoffschonung, da für diese Art der Kunststoffverarbeitung weniger Erdöl verbraucht wird.

Die W. Müller GmbH ist im Gewerbegebiet Troisdorf-Spich  ansässig und beschäftigt derzeit rund 90 Mitarbeiter. Sie unterhält in Agawam (Massachusetts/USA) eine Niederlassung. Die Produktion des neuartigen Extrusions-Schlauchkopfes wird die vorhandenen Arbeitsplätze sichern. Das Unternehmen hatte bisher
überwiegend Blasformtechnik-Lösungen für die Verpackung von Produkten aus den Bereichen Medizin, Kosmetik, Öl etc. hergestellt. Da der Markt dort rückläufig ist, konnte durch die Entwicklung von Maschinen für diskontinuierliches (sequentielles) Schäumen ein neuer Markt –insbesondere in der Automobilindustrie- erschlossen werden.

exomission GmbH

Dieselruß, wie er beim Betrieb von Schiffsmotoren, Lokomotiven oder großen stationären Anlagen (z. B. Block-Heizkraftwerken) entsteht, ist eine der wichtigsten Ursachen für den Klimawandel. „Black Carbon“ –wie der Klima-Killer- auch wissenschaftlich genannt wird, wirkt wie ein Katalysator für Abschmelzungsprozesse an Schnee- und Eisflächen. Die bei Landfahrzeugen bekannte Partikelfiltertechnik zur Ruß - Minderung  ist in Schiffen, Lokomotiven oder stationären Großanlagen unwirtschaftlich. Die Firma exomission bietet mit der von ihr patentierten Kraftstoff-Wasser-Emusiontechnik (KWE) eine innovative Lösung an. Ein Test des TÜV Nord, der im Jahr 2012 durchgeführt wurde, und jüngste Testfahrten mit dem Tanker TMS RUDOLF DEYMANN zeigten sehr gute Ergebnisse. Die Ruß-Entwicklung kann (nach Firmenangaben) bis zur Nachweisgrenze reduziert werden. Stickoxide lassen sich bis zu 30 Prozent vermindern und der Kraftstoffverbrauch sinkt ebenfalls (um 3 Prozent).

Die Rechnung für den Reeder eines Binnenschiffs sieht so aus: der Dieselverbrauch verringert sich um durchschnittlich 8 Liter pro Stunde. Das ergibt eine Einsparung von rund 32.000 Liter im Jahr oder 22.000 Euro. Auch die Umwelt profitiert, weil die Dieselersparnis aufs Jahr gerechnet einen um 85.000 kg geringeren Co² –Ausstoß bedeutet.

Die Ergebnisse haben auch Landes- und Bundesministerien sowie das Umweltbundesamt überzeugt.  Das Bundesverkehrsministerium hat die KWE-Lösung in das „Förderprogramm für emissionsarme Motoren des Bundes“ aufgenommen. Binnenschiffer erhalten 30 – 50 Prozent der gesamten Investitionskosten der KWE-Technologie erstattet. Das Verfahren ist sowohl für die Erstausrüstung wie die Nachrüstung geeignet.

Die Exomission GmbH  ist in Troisdorf beheimatet. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass das neue KWE-Verfahren bei Exomission die bereits vorhandenen acht Arbeitsplätze in 2014 um zehn  neue Stellen erweitert.

Impressionen