Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg will weiter wachsen

19.11.2014: Die Gründungsdynamik soll in der Region Bonn/Rhein-Sieg verstärkt und die Wirtschaft fit für das digitale Zeitalter gemacht werden. Das sind zentrale Botschaften des Kongresses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, der mit freundlicher Unterstützung der Volksbank Bonn Rhein-Sieg und im Rahmen der Gründerwoche Deutschland im Volksbank-Haus stattgefunden hat. Rund 200 Unternehmerinnen und Unternehmer beschäftigten sich unter dem Motto „Gründer gewinnen – Erfahrungen teilen – Allianzen schmieden“ damit, wie die prosperierende Region Bonn/Rhein-Sieg weiter wachsen kann und sich im zunehmenden Wettbewerb positionieren sowie behaupten kann.

In seiner Grußbotschaft an den IHK-Kongress 2014 ging NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin auf „den Brückenschlag zwischen etablierten Unternehmen und Gründern, zwischen Innovation und Kreativität ein. Nur so lassen sich Synergien nutzen und neue Impulse für die Wirtschaft von morgen schaffen.“ Über 20 ausgewählte Gründerinnen und Gründer präsentierten sich mit ihren Konzepten und Ideen den Teilnehmern. Ferner standen Talks und Gesprächsrunden mit interessanten Impulsgebern in der „Arena“ im Volksbank-Haus auf dem Veranstaltungskonzept.

Zu den Impulsgebern zählten unter anderem Sabine Meister (Bereichsdirektorin Firmenkunden Volksbank Bonn Rhein-Sieg) und Dr. Jörg Haas (Vorsitzender des Vorstandes HW Partners AG). Während Sabine Meister als langjährige Begleiterin von Existenzgründern wertvolle Ratschläge und Hinweise zur Finanzierung in den Gründerjahren gab, schöpfte Haas, der sich in Bonn gerade auch als Initiator und Investor des „Bonner Bogens“ einen Namen gemacht hat, aus seinem Erfahrungsschatz aus gut drei Dutzend Gründungen und Beteiligungen insbesondere an jungen Unternehmen. Bei seinem Input ging es um Themen wie Führung, Mitarbeitergewinnung und –entwicklung, Controlling, Expansion, Vermarktung und Imagebildung. Nicolas Lecloux (Geschäftsführer true fruits GmbH) ließ die Kongressteilnehmer an seinen Erfahrungen beim Aufbau eines erfolgreichen Marketings und Vertriebs innovativer Produkte teilhaben. André Doll (ADMCC) gab einen Einblick in die Erfolgsfaktoren beim Crowdfunding.

Digitalisierung der Wirtschaft als Chance nutzen
Professor Dr. Tobias Kollmann
(Beauftragter für die Digitale Wirtschaft NRW)  forderte die Unternehmen per Videoeinspielung auf, sich mit der fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft auseinanderzusetzen. Nichts werde die Unternehmen aller Branchen so sehr umkrempeln wie die digitale Herausforderung. „Wegducken geht nicht“, sagte der NRW-Beauftragte. Die klassischen Unternehmen müssten ihre Zurückhaltung und Risikoscheu ablegen und Schnittstellen für Start-ups schaffen, die die „Schnellboote“ der digitalen Entwicklung seien. Kent Hahne (Apeiron GmbH), der viele innovative und überaus erfolgreiche Unternehmenskonzepte wie beispielsweise Vapiano und GinYuu entwickelt hat, empfahl den jungen Unternehmern, von den weltweit erfolgreichen, amerikanischen Start-ups zu lernen und „outsite the Box“ zu denken, also neue Wege zu gehen. „Sie müssen das auf den Markt bringen, was es noch nicht gegeben hat“, so Hahne wörtlich. „Ein gesundes Fundament ist gut, aber geben Sie Pfeffer in die Suppe. Das mögen die Menschen“, ermunterte er die Existenzgründer.

Hausherr Jürgen Pütz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bonn Rhein-Sieg, griff das Tagesmotto „Gründer gewinnen“ auf. Er charakterisierte den Unternehmer als Menschen, der unbedingt gewinnen wolle. „Haben Sie den Mut zum Risiko und seien Sie so realistisch auch das Scheitern einzukalkulieren. Scheitern ist die Arbeitsvorbereitung für den nächsten Schritt“, rief der Volksbank-Chef die Gründerinnen und Gründer auf, aus Fehlern zu lernen. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille bezeichnete den Kongress als Auftakt zu weiteren Aktivitäten der IHK, die verstetigt werden sollen. „Die aktuellen Gründerzahlen in Bonn/Rhein-Sieg sind rückläufig. Hier müssen wir gemeinsam neue Impulse setzen“, sagte Hille. „Wir dürfen es nicht länger hinnehmen, dass bei der Einstellung der unter 35jährigen zur Existenzgründung Deutschland weltweit die rote Laterne hält“, berief sich der IHK-Hauptgeschäftsführer auf jüngste Untersuchungen. Er forderte die junge Generation auf, mehr Mut zur beruflichen Selbständigkeit zu beweisen. Es werde keiner zum Unternehmer geboren, das erforderliche Wissen könne sich aber jeder aneignen. Zur Vermittlung des praktischen ökonomischen Grundwissens stünden neben gestandenen Unternehmern aber auch schon Schulen und Universitäten in der Verantwortung.

Mit neuem „gruenderpodium.de“ Nachhaltigkeit sichern
Damit der Gründerkongress über den Tag hinaus wirkt, geht die IHK neue, innovative Wege. Die über 20 Gründerinnen und Gründer konnten ihre Geschäftsideen und Firmenkonzepte nicht nur auf der Veranstaltung präsentieren. „Um die Nachhaltigkeit sicherzustellen, haben wir eine interaktive Landkarte entwickelt, die als Gründerpodium die Vielfalt der Start-up-Szene der Region Bonn/Rhein-Sieg anhand von Videovisitenkarten der Jungunternehmen und die Fülle der auf dem Kongress vermittelten praxisnahen Erfahrungen erfolgreicher etablierter Unternehmer über das Internet  in Kürze unter www.gruenderpodium.de für alle Interessierten leicht zugänglich macht“, erläuterte Ralf Karabasz, Inhaber von podium49. „Die digitale Plattform Gründerpodium erschließt unseren Unternehmen ein neues Netzwerk zur Weiterentwicklung in unserer Region“, gab sich IHK-Sprecher Michael Pieck überzeugt.