Expertendiskussion zur Finanzmarktregulierung im Bonner Volksbank-Haus

Auf Einladung des Bund Katholischer Unternehmer (BKU) und der Ludwig-Erhard-Stiftung nahmen die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Elke König, und der Bonner Professor Martin Hellwig (Direktor am Max-Planck-Institut zu Erforschung von Gemeinschaftsgütern) Stellung zur Frage „Ist die Finanzmarkregulierung auf dem richtigen Weg?“

v.l. Franz Rottländer,Vorsitzender BKU Bonn, Martin Grüner, Vorstandsmitglied Ludwig-Erhard-Stiftung,, Elke König, Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Martin Hellwig (Direktor am Max-Planck-Institut zu Erforschung von Gemeinschaftsgütern), Jürgen Pütz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG

Elke König bejahte die Frage. Insbesondere die deutschen Banken hätten aus Sicht ihrer Behörde ihre Hausaufgaben ganz überwiegend gemacht. Aufgrund der neuen Regeln bewegten sich Banken  im vorgegebenen Rahmen, der allerdings auch ein Scheitern einschließe. Damit machte die Präsidentin deutlich, dass auch Banken zukünftig für ihre eigenen Risiken haften müssen und erteilte für die Zukunft dem „too big to fail“ eine Absage; eine Ansicht, die sie mit dem Vorstandsmitglied der Ludwig-Erhard-Stiftung Martin Grüner, teilte.

Martin Hellwig hingegen sah die Wirksamkeit der neuen Regeln deutlich kritischer. Nach seiner Auffassung hätten die Regulierungsbemühungen bisher nichts gebracht. Das größte Übel des zu geringen Eigenkapitals der Banken sei nach wie vor nicht überwunden. Durch die enge Vernetzung der Banken untereinander bestehe eine hohe „Ansteckungsgefahr“ im Fall von Problemen. Darüber hinaus vermisst Hellwig „das Aufräumen“ bei den Kreditinstituten und den politischen Willen zur Abschaffung der aus seiner Sicht überflüssigen Landesbanken.

Bildimpressionen