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Acht Geldhäuser eine „gemeinsame“ Bank

Sparer schenken Genossenschaftsbanken großes Vertrauen

Genossenschaftsbanken in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis pflegen enge Zusammenarbeit

Bonn / Rhein-Sieg-Kreis. „Wir wollen nicht die Größten sein, wir wollen die sein, die am nächsten an ihren Kunden und Mitgliedern sind“Karl-Josef Schmitz (Raiffeisenbank Sankt Augustin) neuer Sprecher der Genossenschaftsbanken im Bereich Bonn und Rhein-Sieg-Kreis, sieht die Volksbanken, VR-Banken sowie Raiffeisenbanken der Region und ihr Geschäftsmodell auch im Jahr zwei der Finanzkrise durch Mitglieder und Kunden eindrucksvoll bestätigt. Acht Geldinstitute, acht Erfolgsgeschichten und gemeinsam wie eine „Bank“, auf die die Kunden auch in Zeiten der Krise vertrauen, so sieht Karl-Josef Schmitz die Kooperation von Raiffeisenbank Sankt Augustin, Rosbacher Raiffeisenbank, Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel, Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth, VR-Bank Rhein Sieg (Siegburg), VR-Bank Bonn, Volksbank Bonn Rhein-Sieg und Volksbank Wachtberg. 

 

„Der Trend des Jahres 2008 hat angehalten: Die Menschen in unserem Bankenkreis fühlen sich und ihre Ersparnisse bei den acht Instituten der Gruppe bestens aufgehoben. Die Zeit finanzieller Experimente ist fürs Erste vorbei“, meinte Bankvorstand Schmitz beim Blick in die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres. Die Zahlen bestätigten eindrucksvoll das große Vertrauen, das die zwei Volksbanken, zwei VR-Banken, und die vier Raiffeisenbanken hierzulande genießen. Dies lasse sich insbesondere an der Entwicklung im so genannten Einlagengeschäft ablesen. Summiert auf das Jahresende belief sich das gesamte betreute Kundenanlagevermögen der acht Institute auf mehr als 5,7 Milliarden Euro, was einer Steigerung um knapp 4 Prozent entspricht. Hierbei sind alle bilanziellen Kundeneinlagen sowie die Wertpapiere in den Depots zuzüglich der in Fonds der Union Investment angelegten Gelder berücksichtigt. Den Zuwachs bei den Einlagen führt der Bankensprecher übrigens zurück auf Umschichtungen in den Wertpapierbereich sowie auf Zuflüsse von Neukunden und „Rückkehrer“ von Direktbanken. 

Die Kunden suchen nach wie vor für ihr Kapital einen sicheren Hafen. Lockangeboten, insbesondere ausländischer Direktbanken, deren Sicherungseinrichtungen einen weitaus schlechteren Schutz als die unsrige bieten, schenken die Anleger wenig Vertrauen, stellt Schmitz weiter fest. Es ist jedoch äußerst schwierig, die deutlich über dem Markt liegenden Konkurrenzangebote einzelner Wettbewerber abzuwehren. Besonders ärgerlich ist, dass diese Anbieter staatlich gestützt werden und rote Zahlen in ihren Jahresabschlüssen ausweisen. Deren Zinsofferten verstärken den ohnehin schon bestehenden Druck auf die Zinsmarge zusätzlich. Es bedarf immer wieder der Aufklärung durch die Berater, die den Kunden aufzeigen müssen, dass manche Direktbanken mit einer Vielzahl von Nebenbedingungen arbeiten.
„Unser Angebot ist insgesamt attraktiver, deshalb fällt der Saldo letztlich zu unseren Gunsten aus, und -was uns besonders freut- er steigt kräftig an!“ ergänzt Karl-Josef Schmitz. Die Lockangebote der Wettbewerber sind häufig zeitlich befristet, nur für Neukunden gedacht oder an hohe betragliche Grenzen geknüpft.

Aus der Region – für die Region

Nach dem Motto „Aus der Region für die Region“ haben die acht Banken die ihnen anvertrauten Kundengelder überwiegend für private und gewerbliche Investitionsvorhaben in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis zur Verfügung gestellt. Schmitz: „Modernisierungen in den eigenen vier Wänden und Investitionen in umweltfreundliche Technologien waren in 2009 der große Renner im Finanzierungsgeschäft.“ Alles in allem betrugen die Ausleihungen der genossenschaftlichen Bankengruppe 5,17 Milliarden Euro und liegen damit leicht über dem Jahresendwert von 2008 (5,16 Mrd. Euro)

Außerdem haben die acht Banken in 2009 1002 Anträge ihrer Kunden auf öffentliche Finanzierungshilfen in den Sektoren Gewerbe, Landwirtschaft und Wohnungsbau bearbeitet. Das Gesamtvolumen betrug 67 Millionen Euro (gegenüber 63 Mio. Euro in 2008). Besonders verantwortlich für den positiven Trend waren Finanzierungen größerer Photovoltaikanlagen und sonstige Energieeffizienzmaßnahmen sowie Investitionen in erneuerbare Energien.
Gern hätten die Banken noch mehr Kredite bereitgestellt. Allerdings fehlte dafür die entsprechende Nachfrage. Schmitz: „Vor diesem Hintergrund von einer ‚Kreditklemme’ zu sprechen, ist nicht seriös. Ich persönlich halte die vermeintliche ‚Kreditklemme’ sogar für das ‚Unwort des Jahres 2009’.“

“Aufgrund unserer komfortablen Liquiditätssituation sind wir in der Lage, jedem vertretbaren Kreditwunsch zu entsprechen. Als regional verankerte Institute sind wir sehr nahe bei unseren Kunden. Wir kennen ihre Sorgen und Nöte. Zudem haben wir trotz Finanzmarktkrise in den zurückliegenden Monaten solide gewirtschaftet. Dadurch haben wir nun genügend Mittel zur Finanzierung unserer mittelständischen Wirtschaft“, so Karl-Josef Schmitz weiter.
Mehrere Geno- Banken aus der Region hatten in 2009 Sonderkreditprogramme für Unternehmen und Freiberufler aufgelegt, die allerdings nur zu etwa 25 bis 50 Prozent ausgeschöpft wurden.

Die addierte Bilanzsumme stieg im gleichen Zeitraum um ein Prozent auf 5,75 Milliarden Euro.

Jahresüberschuss kräftig gestiegen

Der Jahresüberschuss kletterte um rund 10 Millionen Euro auf 36, 3 Millionen Euro und lag damit um 37 Prozent über dem Vorjahreswert. „Damit setzen die Genossenschaftsbanken ein mehr als positives Ausrufezeichen unter ein Jahr, in dem viele Branchenkollegen vor allem durch Negativmeldungen Aufmerksamkeit erregten, erklärte Schmitz. Interessant sei, dass alle acht Institute gleichermaßen erfolgreich gewesen seien, obwohl sie sich hinsichtlich ihrer Markt- und Kundenstruktur stark unterscheiden. Wir profitieren von Verlässlichkeit und fairer Beratung, auch wenn das vermeintlich altbackene Werte sind, ergänzt der Bankensprecher.

Chancen für Junge Menschen

Mit 1.366 Beschäftigten (Vorjahr: 1.439), davon 96 Auszubildende, sind die Mitarbeiterzahlen leicht gesunken. Betriebsbedingte Kündigungen habe es nicht gegeben, jedoch seien in einigen Häusern frei werdende Arbeitsplätze nicht wieder neu besetzt worden. Dennoch sehen die Bankleiter gerade für junge Menschen große Chancen im Beruf des Bankers: „Die Zuwächse im Kundengeschäft führen auch zu einem höheren Bedarf an besonders qualifizierten Mitarbeitern in den beratungsintensiven Bereichen“, erklärt Karl-Josef Schmitz

Dass die Ausbildung bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken der Region von besonders hoher Qualität ist, beweisen die jüngsten Prüfungsergebnisse einmal mehr. Unter den 30 jungen Damen und Herren, die im Januar ihre Prüfung ablegten befand sich die Jahrgangsbeste Theresa Schmitz. Sie hatte die Prüfung mit 92 % abgeschlossen, was der Note „Sehr Gut“ entspricht; dicht gefolgt von Pia Puderbach , die mit 90 % ein „gut +“ erreicht hatte. Mit einem glatten „gut“ schlossen weitere fünf Auszubildende ab.

Zunehmendes Interesse

Weiter aufwärts ging es auch mit den Mitgliederzahlen: Zunehmendes Interesse am genossenschaftlichen Erfolgsmodell ließ die Gesamtzahl der Bankteilhaber im Bankenkreis auf 137.040 ansteigen. Das sind 2432 Mitglieder mehr als im Vorjahr.
Das Bankstellennetz zwischen Windecker Ländchen und Voreifel, entlang von Agger, Sieg und Rhein ist nach wie vor eng geknüpft: Auch in diesem Jahr sind die acht Kreditgenossenschaften für ihre Mitglieder und Kunden weiterhin an 100 Standorten präsent.

Enge Kooperation 

Kunden von Volksbanken und Raiffeisenbanken können Genossenschaftsanteile erwerben. Mit den erworbenen Anteilen sind sie zugleich Teilhaber der Bank, haben Mitbestimmungsrechte und erhalten eine jährliche Dividende auf ihre Genossenschaftsanteile. Die Banken gehören ihren Mitgliedern und sind per Genossenschaftsgesetz deren Wohl verpflichtet. „Daraus leiten sich auch die besondere Kundennähe und unsere verantwortungsbewusste Beratung ab“, erläutert Bankchef Schmitz das Genossenschaftsprinzip.

Zusätzlich zur jährlichen Dividende kann dieser Personenkreis die Vorteile des Mitglieder-Mehrwertprogramm “VR-mehrwert” nutzen, das die acht regionalen Geno-Banken gemeinsam aufgebaut haben. An über 130 Akzeptanzstellen in der Region erhalten die Volksbank-Eigentümer Rabatte oder geldwerte Vorteile in Höhe von mindestens 10 Prozent.

Neben dem Mitglieder-Vorteilsprogramm arbeiten die acht genossenschaftlichen Institute an gemeinsamen Vertriebsstrategien. In 2009 setzten sie mit der „Milchmädchen-Kampagne“ ein deutliches Signal gegen die Wettbewerber, die mit Null-Euro-Girokonten werben.
Für 2010 ist eine Kampagne im Zusammenhang mit dem Gewinnsparen geplant. Schmitz: “Wir werden das steigende Interesse an der Fußball-WM in Südafrika nutzen, um auf das attraktive Gewinnsparen unserer Bankengruppe aufmerksam zu machen.” Und so funktioniert das Gewinnsparen: Von fünf Euro je Los und Monat werden vier Euro gespart, ein Euro ist der Spieleinsatz. Monat für Monat warten über 600.000 Geldpreise mit einem Gesamtwert von über 3,4 Mio. Euro auf die Gewinnsparer. Weil beim Gewinnsparen auch immer im Verhältnis zu den verkauften Losen Spendenmittel an die Banken zuückfließen, wollen die Geno-Banken den Mehrerlös in Form von Spenden an Jugend-Fußballmannschaften aus der gesamten Region ausschütten.