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Volksbank verleiht zum 7. Mal Innovationspreis

Jeweils 12.500 Euro für KonTEM und KMA-Umwelttechnik

Bonn. Die Volksbank Bonn Rhein-Sieg hat am Montag, 30. Januar 2012, im Forum des Volksbank-Hauses den mit insgesamt 25.000 Euro dotierten Innovationspreis verliehen. 

Die mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft hochkarätig besetzte Jury hatte 30 Einsendungen nach den Kriterien Innovationsgrad, Marktfähigkeit, Umweltverträglichkeit und Arbeitsplatzschaffung bzw. -sicherung zu beurteilen. Im Ergebnis lagen zwei Bewerbungen so nah beieinander, dass der Preis aufgeteilt wurde. 


 

Ausgezeichnet wurden mit jeweils 12.500 Euro

  • KMA – Umwelttechnik GmbH, 53639 Königswinter
  • KonTEM GmbH, 53175 Bonn
KMA – Umwelttechnik GmbH  
Die Firma KMA-Umwelttechnik GmbH steht zur Zeit vor kurz dem Abschluss der Entwicklung eines Hybrid-Abluftfilterverfahren zum Einsatz an Frittier- und Bratanlagen.

 

Als übliche Methode zur Abluftreinigung bei diesen Anlagen gilt bis heute die thermische Nachverbrennung (TNV). Der hohe Energieverbrauch (vgl. Anlage) derartiger Anlagen (ca. 20-30 m³ Erdgas je 1.000 m³ Prozessabluft), verbunden mit hohen CO²-und CO-Emissionen, führte zur Suche nach neuen Lösungen.

 

Das neuartige Filtersystem von KMA weist folgende Eigenschaften auf:
  • Im ersten Reinigungsschritt wird die Abluft mit Hilfe eines Elektrofilters von Partikeln und Aerosolen gereinigt.
  • Im zweiten Verfahrensschritt wird der Abluft mit Hilfe eines Wärmetauschers die im Abluftstrom enthaltene Wärme entzogen. Dies geschieht durch die Anbindung an eine Abluft-Wärmepumpe. Die ent-zogene Wärme dient der Beheizung der dem Betriebsraum zufließenden Zuluft.
  • Im nachfolgenden Reinigungsschritt erfolgt die Abscheidung der Gerüche mithilfe einer Vakuum UV-Lichtanlage. Durch die Integration einer vollautomatischen Filterwaschanlage werden sowohl die Partikelfilter (Elektrofilter) wie auch die UV-Vakuumröhren regelmäßig gewaschen.

Das neu entwickelte Verfahren erreicht gegenüber der thermischen Nachverbrennung eine Energieeinsparung von über 80 %. Die Reduzierung der CO²-Emission ist entsprechend. Der CO²-Vermeidungseffekt beläuft sich auf zwischen 300 -900 t CO² je Einsatzfall und Jahr.

Die KMA – Umwelttechnik GmbH ist im Gewerbegebiet Königswinter-Oberpleis ansässig und beschäftigt derzeit 54 Mitarbeiter. Im Hinblick auf die Einführung des neuen Produkts werden in 2012 fünf neue Arbeitsplätze eingerichtet. Ab 2013 soll der verkauf der Anlagen auch außerhalb Europas forciert werden. Deshalb rechnet das mittelständische Unternehmen in 2013 / 2014 mit etwa fünf bis acht weiteren neuen Arbeitsplätzen.

 

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KonTEM GmbH  
Elektronenmikroskope sind aus der Welt der Forschung nicht mehr wegzudenken; insbesondere in der Biologie sind sie grundlegende Forschungsinstrumente.

 

Zur gezielten Medikamentenentwicklung (z.B. Krebs, Alzheimer) werden biologische Proben in Transmissions-Elektronen- mikroskopen (TEM) auf molekularer Ebene untersucht. Leider sind die Proben fast transparent und erzeugen nahezu keinen Kontrast.

 

Das am Forschungszentrum caesar in Bonn angesiedelte Ausgründungsprojekt "KonTEM" greift insoweit ein dringendes Problem der Strukturbiologen auf.

Das Team um Joerg Wamser und Dr. Stephan Irsen entwickelte ein einzigartiges Phasenkontrastsystem, das in ein TEM eingeführt wird und bisher verborgene Probendetails sichtbar macht. Wissenschaftler erhalten so bessere Einsichten über den Aufbau und die Funktion von Zellen auf molekularer Ebene.

Das Produkt besteht aus zwei Hauptkomponenten: Das Piezo-Präzisions-Positioniersystem kann in neue oder bereits installierte TEMs eingebaut werden. Durch den modularen Aufbau ist eine unkomplizierte Integration in alle gängigen TEM-Modelle möglich. 

Das zweite Element -die kleine Phasenplatte- altert während der Benutzung durch den Elektronenbeschuss und muss regelmäßig ausgetauscht werden.

Die Gründung der KonTEM GmbH ist am 09.09.2011 erfolgt. Sie ist am Forschungszentrum caesar in Bonn beheimatet.

Die KonTEM GmbH plant, bis zu sechs neue Stellen in Bonn zu schaffen. Durch den hohen Anteil an Fremdvergaben sichert das innovative Produkt zusätzliche Arbeitsplätze bei regionalen und überregionalen Zulieferern.

 

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Schirmherr des Innovationspreises ist Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen. In seinem Grußwort beglückwünschte er die Preisträger und forderte dazu auf, die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft weiter auszubauen, um im europäischen und globalen Wettbewerb bestehen zu können.

 

Jury-Vorsitzender und früherer Uni-Rektor Professor Klaus Borchard, stellte die Preisträger den knapp 100 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vor. Er betonte, dass Innovationen gerade in Zeiten, wo alle Welt von Krise und Rezession spricht, besonders wichtig seien.

 

Die Wettbewerbsteilnehmer und insbesondere die Sieger hätten sich als herausragend kreative und optimistische Unternehmer präsentiert. „Sie haben erkannt, welche Chancen auch in einer krisenhaften Situation für die Weiter- oder Neuentwicklung ihrer Produkte liegen können“, attestierte der Juryvorsitzende.

 

Jürgen Pütz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bonn Rhein-Sieg, freute sich über die hohe Qualität der diesjährigen Einreichungen. „Um die Innovationsfreude in unserer regionalen Wirtschaft ist es gut bestellt", sagte Pütz.

 

Der Volksbank-Chef berichtete:“ Aus unserer Erfahrung als regionales Kreditinstitut wissen wir, dass solche Unternehmen erfolgreich sind, die sich ständig mit der Verbesserung ihrer Innovationskraft beschäftigen. Sie lassen sich nicht kurzfristig vom Markt unter Druck setzen sondern orientieren sich an den langfristigen Interessen ihrer Kunden und Geschäftspartner.“ Er rief die Unternehmer dazu auf „von der Zukunft her zu denken, vom Kunden und vom Markt her Produkte zu kreieren.“