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Aktuelle Wirtschaftsdaten und -prognosen

 

Im Folgenden haben wir die aktuellen Einschätzungen der führenden Wirtschaftsinstitute gegenübergestellt.

 

DIW-Konjunkturbarometer Juni 2010: Industrie auf dem Vormarsch

Die konjunkturellen Aussichten der deutschen Wirtschaft haben sich in den letzten Monaten spürbar verbessert. In vielen Kernbereichen der Industrie - wie beispielsweise in der Chemiebranche oder Metallbearbeitung - hat die Produktion inzwischen kräftig angezogen, und auch die Auftragseingänge deuten auf eine Fortsetzung dieser Entwicklung hin. Dementsprechend signalisiert das DIW Konjunkturbarometer einen deutlichen Anstieg des saison- und kalenderbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,9 Prozent im zweiten Quartal des laufenden Jahres.

Die hohe Dynamik des aktuellen Aufschwungs ist bemerkenswert, vor allem, wenn man sie mit der Entwicklung nach der letzten Rezession vergleicht. So legen die wertmäßigen Auftragseingänge in der Chemischen Industrie und der Metallbearbeitung seit Frühjahr 2009 mit durchschnittlich 2,1 und 5,4 Prozent zu - diese Werte sind beachtlich höher als der Durchschnitt der früheren Steigerungsraten. Setzt sich diese Entwicklung im laufenden Jahr fort, so wäre das Vorkrisenniveau in der Chemiebranche im August und in der Metallbearbeitung bereits im Juni erreicht.

„Trotz der kräftigen Dynamik vollzieht sich die realwirtschaftliche Erholung bis jetzt vor einem äußerst unsicheren Hintergrund", so DIW-Konjunkturforscher Vladimir Kuzin. „Jüngsten Berichten zufolge herrschen im Bankensektor weiterhin teilweise dramatische Zustände. Die neuen Anspannungen sind wesentlich auf die Schuldenkrise im Euroraum zurückzuführen. Daher bleibt die Politik aufgefordert, eine überzeugende Konsolidierungsstrategie vorzulegen und bei der überfälligen Regulierung der Finanzmärkte voranzukommen", so Kuzin weiter.

Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin
Stand: 25. Juni 2010


ZEW-Konjunkturerwartungen: Wenig Aufwärtspotenzial für die deutsche Wirtschaft bis zum Jahresende erwartet

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Juli 2010 um 7,5 Punkte gefallen und liegen nun bei 21,2 Punkten nach 28,7 Punkten im Vormonat. Mit diesem Wert befinden sie sich unter ihrem historischen Mittelwert von 27,4 Punkten.

Ganz anders präsentiert sich die aktuelle konjunkturelle Situation. Hier belegen positive Zahlen aus der Industrie eine erfreuliche Entwicklung der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal 2010. Dies hat wohl mit dazu beigetragen, dass sich die Lageeinschätzung der vom ZEW befragten Finanzmarktexperten erneut verbessert hat. Sie befindet sich erstmals seit Juli 2008 wieder im positiven Bereich. Diese deutliche Verbesserung der Lage bei gleichzeitigem Rückgang der Erwartungen signalisiert, dass das Aufwärtspotenzial der deutschen Wirtschaft bis zum Jahresende weitgehend ausgeschöpft zu sein scheint. Ausschlaggebend für die gedämpften Erwartungen dürften auch die Schuldenkrise und die daraus resultierenden Sparmaßnahmen in verschiedenen Ländern sein.

"Im Gegensatz zur recht positiven Beurteilung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage erwarten die Experten gegen Jahresende auf Grund nach wie vor bestehender Unsicherheiten über die Bewältigung der Finanzmarkt- und Schuldenkrise eine Abschwächung der Konjunkturdynamik", kommentiert ZEW-Präsident Prof. Wolfgang Franz.

Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland fällt im Juli erneut deutlich besser aus als im Vormonat. Der entsprechende Indikator steigt um 22,5 Punkte auf 14,6 Punkte. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind im Juli um 8,1 Punkte gegenüber dem Vormonat gefallen und liegen nun bei 10,7 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbessert sich um 14,3 auf minus 26,5 Punkte.

Quelle: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW), Mannheim
Stand: 13. Juli 2010


ifo Geschäftsklima leicht gestiegen

Das ifo Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich im Juni geringfügig verbessert. Die Unternehmen sind mit ihrer momentanen Geschäftssituation zufriedener. Die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr schätzen sie jedoch den zweiten Monat in Folge etwas weniger optimistisch ein. Dennoch sind die Unternehmen weiterhin zuversichtlich. Die Konjunkturerholung setzt sich fort.

Im verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima geringfügig weiter aufgehellt. Die Geschäftslage der Industrieunternehmen hat sich erneut verbessert. Zum vierten Mal in Folge beurteilen die Befragungsteilnehmer ihre aktuelle Geschäftssituation günstiger. Ihr Optimismus hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten hat sich dagegen etwas abgeschwächt. Das Exportgeschäft wird nach Ansicht der Unternehmen nicht ganz so kräftig zunehmen wie bislang. Dennoch bewerten sie ihre Perspektiven für das Auslandsgeschäft weiterhin als sehr gut. Die Beschäftigungsplanungen der Firmen deuten darauf hin, dass sie ihre Mitabeiterzahl nahezu unverändert halten wollen.

Die befragten Großhändler sind mit ihrer momentanen Geschäftssituation wieder zufriedener. Ihre Erwartungen an den Geschäftsverlauf in den nächsten sechs Monaten sind von verhaltenem Optimismus geprägt und haben sich im Vergleich zum Mai kaum verändert. Insgesamt hat sich das Geschäftsklima im Großhandel daher leicht verbessert. Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex ebenfalls gestiegen. Die befragten Unternehmen bewerten ihre Geschäftssituation wieder günstiger. Zudem äußern sie sich hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in der nahen Zukunft zuversichtlicher als im Mai.

Das Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im Gegensatz zu den anderen Wirtschaftsbereichen etwas eingetrübt. Die Befragungsteilnehmer sind zwar mit ihrer augenblicklichen Geschäftslage weniger unzufrieden als im vergangenen Monat, die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr schätzen sie aber zurückhaltender ein.

 

 

ifo Geschäftsklima im Dienstleistungsgewerbe stabil

Das ifo Geschäftsklima im Dienstleistungsgewerbe Deutschlands hat sich im Juni wie schon im Vormonat kaum verändert. Hinter dem stabilen Geschäftsklima verbergen sich dieses Mal jedoch zwei gegenläufige Tendenzen. Die befragten Dienstleister berichten von einer besseren Geschäftslage als im vergangenen Monat. Der Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr sehen sie dagegen etwas weniger positiv entgegen als bislang. Die Personalplanungen der Dienstleistungsfirmen sind aber nahezu unverändert auf Beschäftigungsaufbau ausgerichtet.

 


Quelle: ifo Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München
Stand: 22. Juni 2010
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